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Stellungnahme des Muaythai Bund Deutschland e.V. zur Kündigung von CT Combat

  • vor 11 Minuten
  • 5 Min. Lesezeit


Der Muaythai Bund Deutschland e.V. nimmt das Schreiben bzw. Posting von CT Combat bzw. Crazy Tigers Nomads zur Kenntnis.


Dass ein Verein seine Mitgliedschaft beendet, ist grundsätzlich eine freie Entscheidung, die wir respektieren.

Die Darstellung der Gründe und insbesondere die öffentliche Kommunikation darüber möchten wir jedoch nicht unwidersprochen stehen lassen.


Die veröffentlichte Stellungnahme vermittelt aus unserer Sicht ein Bild, das wesentliche Zusammenhänge ausblendet und Verantwortung einseitig dem Verband zuschreibt.


Regeln gelten für alle!

Der MTBD steht für einen klaren Grundsatz: Regeln gelten für alle – unabhängig davon, wie groß ein Verein ist, wie viele Athleten er stellt oder welche Funktion einzelne Personen innerhalb des Verbandes innehaben.

Satzung, Ordnungen und Beschlüsse sind keine unverbindlichen Empfehlungen. Sie bilden die Grundlage einer funktionierenden Verbandsstruktur. Gleichzeitig verpflichten sie den Verband zur Förderung des Muaythai, zur Durchführung von Wettkämpfen, zur Kaderarbeit sowie zur Aus- und Weiterbildung, während die Mitglieder ihre eigenen Verpflichtungen erfüllen müssen.


Dazu gehören insbesondere die Einhaltung der Satzung und Ordnungen sowie die fristgerechte Zahlung von Beiträgen und Gebühren.


Besonders problematisch wird es, wenn Regelungen nicht aus Unkenntnis oder einem Versehen verletzt werden, sondern trotz vorheriger Hinweise und Aufforderungen bewusst nicht eingehalten werden. Wer sich über verbindliche Vorgaben hinwegsetzt, kann die daraus entstehenden Konsequenzen anschließend nicht glaubhaft allein dem Verband zuschreiben.


Unterstützung ist keine Einbahnstraße!

Die Darstellung, CT Combat habe den MTBD über Jahre umfassend unterstützt, ohne selbst nennenswerte Unterstützung oder Perspektiven erhalten zu haben, können wir in dieser pauschalen Form nicht nachvollziehen.


Der MTBD hat Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten des Vereins im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützt. Auch die Veranstaltung in Dorsten wurde aus unserer Sicht weit über das hinaus begleitet, was in der öffentlichen Darstellung vermittelt wird.


Ein Bundesfachverband ist jedoch weder Veranstaltungsfinanzierer noch persönlicher Dienstleister einzelner Vereine. Aufgrund seiner Gemeinnützigkeit sind die Mittel des MTBD zweckgebunden und für die satzungsgemäßen Aufgaben des Verbandes einzusetzen.


Unterstützung bedeutet daher nicht, dass der Verband Kosten, organisatorischen Aufgaben oder individuellen Wünsche eines Mitglieds übernimmt.


Auch bei Gebühren und Beiträgen gilt das Prinzip der gegenseitigen Verantwortung. Wer beispielsweise Gebühren für beantragte Titel oder Meisterschaftsgürtel nicht rechtzeitig bezahlt, kann nicht erwarten, dass die entsprechende Leistung dennoch fristgerecht erbracht wird.

Gleiches gilt für Mitgliedsbeiträge. Werden Beiträge mangels ausreichender Kontodeckung zurückgebucht und erst nach mehrfacher Aufforderung teilbezahlt, liegt die Ursache dafür nicht beim Verband.

Es wäre gegenüber denjenigen Vereinen und Athleten, die ihre Verpflichtungen zuverlässig und fristgerecht erfüllen, unfair, bei einzelnen Mitgliedern andere Maßstäbe anzulegen.


Fachliche Konsequenz ist keine fehlende Wertschätzung!

Der MTBD hat kein Problem mit sachlicher Kritik. Im Gegenteil: Eine konstruktive Auseinandersetzung kann einen Verband weiterentwickeln.


Was wir jedoch zurückweisen, ist die Gleichsetzung von fachlicher Kritik, konsequenter Regelauslegung oder dem Einfordern bestehender Verpflichtungen mit angeblich fehlender Wertschätzung.


Noch deutlicher weisen wir persönliche und direkte körperliche Bedrohungen gegenüber unseren Funktionären, sowie rassistische oder diffamierende Äußerungen über unsere Bundestrainer zurück.

Uns zugesendete Sprachnachrichten könnten dabei möglicherweise weitere Zusammenhänge verdeutlichen. Eine Veröffentlichung kommt für uns jedoch aufgrund der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen nicht infrage.


Wenn ein Verband auf einen Regelverstoß hinweist, ist das keine persönliche Abwertung, sondern Teil seiner Verantwortung.


Wer sich bewusst über Satzung und Regelwerk hinwegsetzt und die daraus resultierende Reaktion anschließend als mangelnde Wertschätzung darstellt, kehrt aus unserer Sicht die Verantwortlichkeiten um.


Zum öffentlichen Posting

Besonders kritisch sehen wir die plakative Form der veröffentlichten Erklärung.

Die Überschrift und die Darstellung „Wir kündigen beim MTBD“ erzeugen zunächst den Eindruck, der Verein habe sich nach jahrelanger loyaler Mitarbeit aufgrund fehlender Unterstützung vom Verband lösen müssen.


Eine solche Darstellung ist öffentlichkeitswirksam, bildet aus unserer Sicht jedoch nur einen Teil der tatsächlichen Vorgänge ab.


Ausgeblendet werden die eigenen Verpflichtungen und Entscheidungen, die dieser Entwicklung vorausgegangen sind. Dadurch entsteht der Eindruck:


Der Verein handelt – der Verband ist schuld!

Eine sachliche Auseinandersetzung wäre jederzeit möglich gewesen. Stattdessen wird öffentlich ein Narrativ geschaffen, in dem der eigene Austritt als Folge vermeintlichen Fehlverhaltens des Verbandes dargestellt wird.


Für uns hat das weniger mit konstruktiver Verbandskritik zu tun als mit Selbstdarstellung und Schuldumkehr.


Wer sich öffentlich positioniert, sollte auch die eigene Verantwortung vollständig darstellen!


Kommunikation und Umgang miteinander!

Dem MTBD ist bekannt, dass in der vergangenen Zeit wiederholt mit Mitgliedern verschiedener Landesverbände über die Verbandsarbeit und über einzelne Personen sehr negativ gesprochen wurde. Durch die Vereinsleitung des CT Combat.

Kritik und unterschiedliche Meinungen sind selbstverständlich legitim. Nicht konstruktiv ist es jedoch, persönliche Bewertungen und negative Darstellungen über Funktionäre oder Mitglieder über verschiedene Teile des Verbandes zu tragen, anstatt Probleme direkt und sachlich mit den Verantwortlichen zu klären.


Gerade diejenigen, die Respekt und Wertschätzung für sich selbst einfordern, sollten diese Werte auch gegenüber ehrenamtlich tätigen Funktionären, Trainern, Kampfrichtern und anderen Mitgliedern leben.


Respekt ist keine Einbahnstraße!

Auch die Medienarbeit (als Pressewart/in-Media) des MTBD ist kein persönliches Instrument. Wer im Rahmen einer Verbandsfunktion oder eines Medienauftrages für den MTBD tätig ist, arbeitet im Interesse des gesamten Verbandes und nicht für die persönliche Außendarstellung einzelner Vereine oder Personen.

Die Ressourcen des Verbandes stehen dem gesamten Verband zur Verfügung.

Bei Welt- und Europameisterschaften, Nationalmannschaftseinsätzen und anderen internationalen Veranstaltungen stehen deshalb die Athleten, ihre sportlichen Leistungen und die Repräsentation des deutschen Muaythai im Mittelpunkt.


Verbandsressourcen dürfen nicht zum persönlichen Selbstmarketing einzelner Personen, der eignen Veranstaltung, oder Vereine umfunktioniert werden.


Was soll ein Bundesverband eigentlich leisten?

Vor diesem Hintergrund stellt sich durchaus die Frage, welche Erwartungen an einen Bundesfachverband eigentlich gestellt werden.


Der MTBD und seine Funktionäre-innen organisiert und unterstützt Wettkämpfe, fördert Kader und Athleten, begleitet Nationalmannschaften zu internationalen Meisterschaften, bildet Trainer und Funktionäre aus und weiter, erstellt und überwacht Regelwerke, koordiniert Landesverbände, unterstützt Veranstaltungen, betreibt Medienarbeit und pflegt internationale Kontakte. UNENTGELDLICH und EHRENAMTLICH!!

Und zusätzlich soll er sämtliche individuellen Erwartungen einzelner Vereine erfüllen?

Vielleicht – überspitzt formuliert – auch noch die Miete für das neue Gym bezahlen?

Nein.

Das ist nicht die Aufgabe eines Bundesfachverbandes.

Der MTBD ist eine Organisation seiner Mitglieder und für seine Mitglieder. Er ist jedoch kein persönlicher Förderverein einzelner Unternehmen, Gyms oder Funktionäre.


Der MTBD steht für Muaythai – nicht für Selbstdarstellung!

Der MTBD steht für Muaythai, Fair Play, Respekt, Disziplin, Regelakzeptanz, Teamgeist und sportliche Entwicklung.

Diese Werte gelten im Ring genauso wie außerhalb des Rings – für Athleten, Trainer, Vereine, Landesverbände und selbstverständlich auch für Funktionäre.

Der MTBD wird deshalb auch künftig nicht danach entscheiden, wer am lautesten auftritt, die größte öffentliche Reichweite besitzt oder sich besonders wirkungsvoll darstellen kann. Oder droht!

Entscheidend sind Regeln, Fairness und Gleichbehandlung.

Wir fördern Athleten und Vereine, die sich sportlich entwickeln und Verantwortung übernehmen.

Was wir nicht leisten können und nicht leisten wollen, ist die Sonderbehandlung einzelner Mitglieder oder die Förderung von Selbstdarstellung auf Kosten der Gemeinschaft.

Schlussbemerkung.


CT Combat hat das Recht, seine Mitgliedschaft zu beenden. Wir respektieren diese Entscheidung und wünschen dem Verein für seinen weiteren sportlichen Weg alles Gute.


Gleichzeitig weisen wir die Darstellung zurück, der MTBD würde seine Mitglieder grundsätzlich nicht unterstützen oder ausschließlich mit Verboten, Regeln und Sanktionen konfrontieren.

Regeln sind keine Schikane.

Beiträge sind keine freiwillige Spende.

Fachliche Kritik ist keine Respektlosigkeit.

Und die konsequente Anwendung eines Regelwerks ist keine persönliche Abwertung.


Eine Mitgliedschaft in einem Bundesverband ist eine Partnerschaft. Diese funktioniert jedoch nur, wenn beide Seiten ihren Teil der Verantwortung übernehmen.


Der MTBD wird deshalb auch künftig für eine klare Linie stehen:

Gleiche Regeln.

Gleiche Maßstäbe.

Fairer Umgang.

Verantwortung für den Sport.


Und vor allem:

Muaythai gehört allen im Verband – nicht der Selbstdarstellung Einzelner.

 

 
 
 

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